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Finanzhaus Südbaden

Baufinanzierung: Zinsbindung einfach erklärt

Tian von Dziembowski 4 Minuten Lesezeit

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Die Zinsbindung bei der Baufinanzierung ist der Zeitraum, in dem dein vereinbarter Sollzins unverändert bleibt. Sie ist damit eine der wenigen Größen, die du beim Abschluss wirklich frei wählen kannst.

Klingt einfach. Die Folgen reichen aber weit über die Laufzeit hinaus.

Was die Zinsbindung genau festlegt

Während der Zinsbindung ändert sich dein Sollzins nicht. Egal, was am Markt passiert.

Bei einem Annuitätendarlehen bleibt dadurch auch deine monatliche Rate gleich. Innerhalb dieser Rate verschiebt sich nur das Verhältnis: Der Zinsanteil sinkt, der Tilgungsanteil steigt.

Was die Zinsbindung nicht festlegt: wann dein Darlehen abbezahlt ist. Das ist ein häufiges Missverständnis.

Der eigentliche Punkt: die Restschuld

Kaum eine Baufinanzierung ist am Ende der Zinsbindung getilgt. Was übrig bleibt, heißt Restschuld.

Für diese Restschuld brauchst du dann eine Anschlussfinanzierung — zu den Zinsen, die zu diesem Zeitpunkt gelten. Genau hier entsteht dein Zinsänderungsrisiko.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „Welcher Zins?”. Sie lautet: Wie hoch ist meine Restschuld am Ende der Bindung — und trage ich sie auch bei deutlich höheren Zinsen?

Kurz oder lang: der Zielkonflikt

Beides hat einen Preis, nur an unterschiedlicher Stelle.

Eine kurze Zinsbindung bedeutet in der Regel einen niedrigeren Sollzins. Du zahlst diesen Vorteil mit einem früheren Zinsänderungsrisiko.

Eine lange Zinsbindung kostet meist einen Aufschlag. Dafür kennst du deine Rate über viele Jahre und planst mit einer kleineren Restschuld.

Welche Variante passt, hängt an deinem Einkommen, deiner Tilgung und deiner Risikobereitschaft. Eine allgemeingültig „richtige” Zinsbindung gibt es nicht.

Warum eine lange Bindung kein Käfig ist

Viele scheuen lange Zinsbindungen, weil sie sich gefesselt fühlen. Das Gesetz sieht das anders.

Das Bürgerliche Gesetzbuch gibt dir dafür ein Kündigungsrecht. Du darfst ein Darlehen mit gebundenem Sollzins kündigen, sobald seit dem vollständigen Empfang zehn Jahre abgelaufen sind. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate, und vertraglich ausschließen oder erschweren darf die Bank dieses Recht nicht. Schließt du später eine neue Vereinbarung über Rückzahlungszeit oder Sollzins, starten die zehn Jahre ab diesem Zeitpunkt neu.

Praktisch heißt das: Eine Bindung über zehn Jahre wirkt in eine Richtung. Steigen die Zinsen, bist du geschützt. Fallen sie deutlich, kannst du nach zehn Jahren aussteigen.

Diese Asymmetrie ist der stärkste Grund, lange Bindungen ernsthaft zu prüfen.

Und wenn du früher raus willst?

In den ersten zehn Jahren nach vollständigem Empfang gilt dieses Kündigungsrecht noch nicht. Solange die Zinsbindung läuft, lässt dich das Bürgerliche Gesetzbuch nur bei einem berechtigten Interesse vorzeitig zurückzahlen. Zahlst du dann zurück, darf die Bank eine angemessene Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

Als berechtigtes Interesse nennt das Gesetz ausdrücklich den Wunsch, die beliehene Immobilie anders zu verwerten. Ein Verkauf kann dich also aus dem Vertrag bringen, erspart dir die Entschädigung aber nicht. Ganz weg fällt sie nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, wenn dein Vertrag zu Laufzeit, Kündigungsrecht oder Berechnung der Entschädigung zu wenig sagt. Verlass dich darauf aber nicht als Plan A.

Die Stellschrauben, die du wirklich hast

Die Zinsbindung ist nur eine von vier Größen. Zusammen ergeben sie erst ein Konzept.

  • Anfängliche Tilgung — der stärkste Hebel auf deine Restschuld
  • Zinsbindung — wie lange deine Rate sicher ist
  • Sondertilgungsrecht — jährliche Extrazahlungen ohne Zusatzkosten
  • Tilgungssatzwechsel — Anpassung, wenn sich dein Einkommen ändert

Wer die Zinsbindung isoliert betrachtet, optimiert an der falschen Stelle. Eine höhere Tilgung verkleinert die Restschuld oft wirksamer als ein leicht besserer Zins.

Der Blick auf das Ende der Bindung

Rechtzeitig heißt: nicht im letzten Jahr. Für die Anschlussfinanzierung stehen dir mehrere Wege offen.

Du kannst bei deiner Bank verlängern. Du kannst zu einem anderen Anbieter wechseln. Oder du sicherst dir die Konditionen im Voraus über ein Forward-Darlehen.

Was sinnvoll ist, entscheidet sich an deiner Restschuld und am Zinsniveau zu diesem Zeitpunkt. Prognosen zur künftigen Zinsentwicklung geben wir bewusst nicht ab.

Wie wir dabei unterstützen

Wichtig zur Einordnung: Wir sind keine Bank und vergeben keine Kredite. Die Finanzierung selbst läuft über einen externen Finanzierungspartner, der die Konditionen mehrerer Anbieter vergleicht.

Unsere Aufgabe ist die Struktur davor — Zinsbindung, Tilgung, Sondertilgung und die Frage, was du dir dauerhaft leisten willst. Wie das abläuft, steht auf unserer Seite zur Baufinanzierung.

Für die Region gibt es eine eigene Übersicht zur Baufinanzierung in Freiburg. Wenn parallel ein Kauf oder Verkauf ansteht, hilft dir unser Immobilienmakler-Team.

Erstgespräch buchen — Termin vereinbaren. Kostenfrei und unverbindlich.

Inhalt
  1. Was die Zinsbindung genau festlegt
  2. Der eigentliche Punkt: die Restschuld
  3. Kurz oder lang: der Zielkonflikt
  4. Warum eine lange Bindung kein Käfig ist
  5. Und wenn du früher raus willst?
  6. Die Stellschrauben, die du wirklich hast
  7. Der Blick auf das Ende der Bindung
  8. Wie wir dabei unterstützen
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