Was sagen unabhängige Testinstitute zu BU-Tarifen? Gemeint sind Tarife der Berufsunfähigkeitsversicherung. Kurz gesagt: viel über das Bedingungswerk und wenig über dich.
Das ist keine Kritik an den Tests. Es ist ihre Bauart. Wer das versteht, liest ein Testergebnis richtig — und überschätzt es nicht.
Wer überhaupt bewertet
Zwei Arten von Häusern prägen den Markt. Sie arbeiten mit unterschiedlichem Auftrag.
Die Stiftung Warentest ist eine Stiftung mit Sitz in Berlin. Sie veröffentlicht ihre Untersuchungen auf test.de. Aktuelle Ergebnisse und Testkriterien findest du dort direkt.
Daneben bewerten private Ratinghäuser BU-Tarife. In der Praxis arbeiten sie mit eigenen Kriterienkatalogen und veröffentlichen das Ergebnis als Rating. Welche Merkmale wie stark zählen, legt dabei jedes Haus selbst fest.
Ein Punkt gehört zur Einordnung dazu. Private Ratinghäuser arbeiten in einem anderen Rahmen als eine Stiftung. Aus unserer Sicht sagt das für sich genommen nichts über die Qualität der Arbeit.
Was ein Bedingungsrating misst
Bewertet wird in aller Regel der Vertragstext. Also das, was der Versicherer dir im Leistungsfall schuldet.
Hinter den Noten stehen Prüfpunkte, die du auch selbst nachlesen kannst. Die wichtigsten davon haben eine gesetzliche Grundlage. Die Regeln zur Prämie gelten über § 176 VVG entsprechend, soweit die Besonderheiten der BU nicht entgegenstehen.
- Abstrakte Verweisung: Verzichtet der Tarif darauf, dich auf einen anderen Beruf zu verweisen (§ 172 Abs. 3 VVG)?
- Definition der Leistung: Knüpft der Vertrag sauber am zuletzt ausgeübten Beruf an (§ 172 Abs. 2 VVG)?
- Antragsfragen: Sind die Gesundheitsfragen klar und zeitlich begrenzt gestellt (§ 19 Abs. 1 Satz 1 VVG)?
- Beitragsstabilität: Wie geht der Versicherer mit einer Neufestsetzung der Prämie um (§ 163 Abs. 1 VVG)?
- Flexibilität: Welche Nachversicherungsanlässe sind vereinbart und wie lange gelten sie?
Diese Punkte lassen sich vergleichen. Deshalb tauchen sie in fast jeder Untersuchung auf.
Was ein Testergebnis nicht abbildet
Ein Rating prüft Papier. Es prüft nicht deinen Antrag.
Ob du einen Tarif überhaupt bekommst, entscheidet die Risikoprüfung. In der Praxis führen Vorerkrankungen, Hobbys oder der Beruf zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder einer Ablehnung. Davon steht in keiner Testnote etwas.
Auch die Leistungspraxis ist schwer messbar. Wie ein Versicherer im Ernstfall prüft und wie lange das dauert, zeigt kein Bedingungsvergleich vollständig.
Und Testergebnisse altern. Bedingungen werden überarbeitet, Untersuchungen neu aufgelegt. Ein Ergebnis von gestern beschreibt nicht zwingend den Tarif von heute.
Warum wir keine Tarifempfehlung schreiben
Auf dieser Website findest du keine Empfehlung für einen konkreten Tarif. Das ist eine bewusste Entscheidung.
Welcher Vertrag zu dir passt, hängt an Beruf, Gesundheit, Einkommen und Familiensituation. Diese Prüfung gehört ins Beratungsgespräch, nicht in einen Blogbeitrag.
Aus unserer Sicht ist ein Spitzenrating ein gutes Ausschlusskriterium und ein schlechtes Auswahlkriterium. Es sortiert schwache Bedingungswerke aus. Die Entscheidung trifft es nicht.
So arbeiten wir mit Testergebnissen
Wir nutzen Ratings als Vorfilter und lesen danach die Bedingungen selbst. Entscheidend ist, was in deinem konkreten Fall greift.
Wie eine Absicherung der Arbeitskraft aufgebaut ist, zeigt unsere Seite zur BU-Beratung. Die häufigsten Rückfragen klärt der Beitrag zu den häufigsten Fragen vor dem BU-Abschluss. Wenn du deine Chancen vorab einschätzen willst, hilft eine anonyme Risikovoranfrage. Steht dein Vertrag schon, prüft ihn der kostenlose BU-Check.
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