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Finanzhaus Südbaden

Hausratversicherung: Unterversicherung vermeiden

Tian von Dziembowski 3 Minuten Lesezeit

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Eine Unterversicherung in der Hausratversicherung merkst du nicht am Beitrag. Du merkst sie im Schadensfall.

Dann kürzt der Versicherer — und zwar anteilig. Auch dann, wenn der Schaden klein war.

Was das Gesetz unter Unterversicherung versteht

Die Regel steht in einem einzigen Satz.

Maßgeblich ist der Versicherungswert bei Eintritt des Versicherungsfalls. Ist die Versicherungssumme erheblich niedriger, kürzt der Versicherer. Er leistet dann nur nach dem Verhältnis der Summe zu diesem Wert (§ 75 VVG).

Zwei Wörter sind dabei entscheidend. „Erheblich” heißt: eine kleine Abweichung löst die Kürzung nicht aus.

Und der Maßstab ist der Wert im Schadenszeitpunkt, nicht der beim Abschluss. Deshalb wächst das Risiko still über die Jahre mit.

Wie der Versicherungswert entsteht

Der Versicherungswert ist keine Schätzung aus dem Bauch heraus.

Soweit nichts anderes vereinbart ist, gilt bei Sachen der Betrag, den du zur Wiederbeschaffung oder Wiederherstellung in neuwertigem Zustand aufwenden musst. Davon wird der Minderwert zwischen alt und neu abgezogen (§ 88 VVG).

Der Zusatz „soweit nichts anderes vereinbart” ist der Punkt. Genau hier setzt eine Neuwertvereinbarung an.

Was in deinem Vertrag gilt, steht in deinen Bedingungen. Diese Vereinbarung geht dem gesetzlichen Regelfall vor.

Was ein Unterversicherungsverzicht wirklich leistet

Viele Verträge enthalten einen Unterversicherungsverzicht. Er ist eine vertragliche Vereinbarung, keine gesetzliche Folge.

Möglich ist er wegen einer Lücke im Gesetz. § 87 VVG zählt auf, wovon nicht zum Nachteil des Versicherungsnehmers abgewichen werden darf. § 75 VVG steht nicht in dieser Aufzählung.

In der Praxis knüpfen Versicherer den Verzicht an eine Bedingung. Meist an eine Versicherungssumme, die sich aus der Wohnfläche ergibt.

Das ist kein Freibrief. Stimmt die zugrunde gelegte Fläche nicht, kann die Zusage entfallen — was gilt, steht in den Bedingungen.

Die Taxe als zweiter Weg

Statt einer Summe kannst du mit dem Versicherer den Wert festsetzen. Das Gesetz nennt das Taxe (§ 76 Satz 1 VVG).

Auch hier bleibt eine Falle. Ist die Versicherungssumme niedriger als die Taxe, kürzt der Versicherer erneut. Er ersetzt nur nach dem Verhältnis der Summe zur Taxe (§ 76 Satz 3 VVG).

Eine Taxe schützt also vor Streit über den Wert. Vor einer zu niedrigen Summe schützt sie nicht.

Drei Stellschrauben, die du selbst hast

Aus unserer Beratungspraxis sind es meist dieselben drei Punkte.

  1. Wohnfläche prüfen. Sie ist in vielen Verträgen die Rechengrundlage. Nach einem Umbau oder Umzug stimmt sie oft nicht mehr.
  2. Zugänge erfassen. Neue Möbel, Fahrräder oder Technik erhöhen den Versicherungswert, ohne dass jemand Bescheid sagt.
  3. Entschädigungsgrenzen lesen. Für Wertsachen, Fahrräder oder Bargeld gelten eigene Höchstbeträge im Vertrag.

Punkt drei hat mit § 75 VVG nichts zu tun. Er sorgt aber für dieselbe Enttäuschung im Schadensfall.

Der Fehler in die andere Richtung

Zu hoch anzusetzen ist keine Lösung. Übersteigt die Summe den Wert des versicherten Interesses erheblich, liegt Überversicherung vor. Jede Vertragspartei kann dann die Herabsetzung verlangen, bei verhältnismäßiger Minderung der Prämie (§ 74 Abs. 1 VVG).

Du zahlst also für eine Summe, die im Schadensfall nichts bringt.

Eine dritte Variante ist die Dublette: zwei Verträge für dasselbe Risiko. Wie du sie erkennst, steht in unserem Beitrag zur Doppelversicherung.

Wie wir dabei unterstützen

Wir sind unabhängige Versicherungsmakler und prüfen die Summe gegen deine tatsächliche Lage. Der Vertrag folgt der Wohnung, nicht umgekehrt.

Welche Bausteine dazugehören, zeigt unsere Übersicht zu Versicherungen. Den geordneten Durchgang durch deinen Bestand bekommst du beim kostenlosen Versicherungscheck.

Was in einem Haushalt mit Kindern sonst noch zusammenkommt, beschreibt unser Beitrag zu den wichtigsten Versicherungen für junge Familien.

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Inhalt
  1. Was das Gesetz unter Unterversicherung versteht
  2. Wie der Versicherungswert entsteht
  3. Was ein Unterversicherungsverzicht wirklich leistet
  4. Die Taxe als zweiter Weg
  5. Drei Stellschrauben, die du selbst hast
  6. Der Fehler in die andere Richtung
  7. Wie wir dabei unterstützen
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